Konzept: Gemeinsamer Unterricht / Schule des gemeinsamen Lernens

Grundlagen

Schon seit Gründung der Regenbogenschule Meerfeld 1993 war ihr Grundgedanke, eine Schule für alle Kinder zu sein. Mit dem Start der ersten Klasse mit Gemeinsamem Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder (GU) zwei Jahre später (1995) wurde ein wichtiger Schritt zur Umsetzung dieses Grundgedankens gemacht. Die Rahmenbedingungen für den Gemeinsamen Unterricht orientierten sich weitgehend an denen des derzeit erfolgreich beendeten Modellversuchs in NRW und schufen gute Voraussetzungen für integrative Arbeit. Zunächst gab es in zwei Jahrgangsstufen Klassen mit Gemeinsamem Unterricht, später in allen vier Stufen.

 

Seit dem Schuljahr 2008/09 beteiligt sich die Regenbogenschule als Schwerpunktschule am Pilotprojekt „Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung“ (KsF). Die präventive Förderung von Kindern in den Schwerpunkten Lernen, Sprache und Kommunikation und Soziale und emotionale Entwicklung ist seither ebenso unsere Aufgabe. (Konzept s. dort).

 

An unserer Schule werden Kinder mit den unterschiedlichsten Förderschwerpunkten unterrichtet und gefördert:            

§   Lernen

§   Sprache und Kommunikation

§   Soziale und emotionale Entwicklung, Autismus

§   Geistige Entwicklung

§   Körperliche und motorische Entwicklung

§   Hören und Kommunikation

 

Die Förderung erfolgt dabei zielgleich, also nach den Richtlinien der Grundschule, oder zieldifferent, nach den Richtlinien der entsprechenden Förderschule.

Ein wichtiger Grundsatz für den GU heißt: So viel gemeinsamer Unterricht wie möglich – so viel individuelle Förderung wie nötig. Es gibt gemeinsame Themen, aber unterschiedliche Ziele.

Förderplanung

Die Förderpläne an der Regenbogenschule werden mit dem Programm „Der Förderplaner“ erstellt (Beschluss des „Arbeitskreises Sonderpädagogik“ von April 2011). Dies erfolgt mindestens zwei Mal im Schuljahr, bzw. nach aktuellem Bedarf.

Die Sonderpädagogin erstellt die Förderpläne federführend in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin und ggf. den Fachlehrkräften. Des Weiteren werden Eltern, Erzieherinnen der OGS, Therapeut/innen und weitere außerschulische Institutionen an der Erstellung und Umsetzung beteiligt.

Förderpläne enthalten für die jeweils relevanten Lern- und Entwicklungsbereiche eine Ist-Stand-Analyse, die Förderziele und Maßnahmen zu deren Umsetzung sowie Bemerkungen zur Prozessbeobachtung.

Förderpläne sind Grundlage für Gespräche mit Eltern, Schülern und Schülerinnen und werden in diesem Zusammenhang vorgestellt, besprochen und überarbeitet.

 

Die Förderpläne werden regelmäßig hinsichtlich der Ziele, Maßnahmen und Wirkungen mit allen Beteiligten kommuniziert.

Nach Ablauf eines Jahres (nächster Zeitpunkt: April 2012) evaluiert das Team der Sonderpädagoginnen die Effektivität der Arbeit mit dem Programm „Der Förderplaner“ anhand der Kriterien Handhabbarkeit, Übersichtlichkeit, Zeitaufwand und Akzeptanz der Eltern.

Unterrichtsformen

Die Inhalte und Methoden, die sich im GU bewährt haben, sind kein Spezifikum des GU, sondern konzeptioneller Bestandteil des Unterrichts an der Regenbogenschule. Da sind vor allem Formen offenen Unterrichts wie Wochenplanarbeit, individuelle Arbeitspläne, Freiarbeit, Lernwerkstätten und Stationenlernen, die die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Hinzu kommen Lernformen wie das „Chefprinzip“ und Vorbildlernen mit Kindern als Helfer. Nicht jedes Kind macht zur selben Zeit dieselben Lernschritte. Dem tragen u.a. individuelle Hausaufgaben Rechnung.

Rituale

Auch strukturierende Elemente sind im GU wichtig, wie immer wiederkehrende Orientierungsmerkmale, Rhythmisierung und Rituale (Stuhlkreis, Tagesplan, Stillezeiten, Ruherituale, Bewegungspausen, gemeinsames Singen).

Lernklima

GU braucht im besonderen Maße ein positives Klima, eine Atmosphäre, in der sich alle Kinder mit ihren Stärken und Schwächen angenommen und ernst genommen fühlen, alle freundlich miteinander umgehen, sich akzeptieren und unterstützen. Der in allen Klassen regelmäßig stattfindende Klassenrat schafft Raum für soziale Themen und Konfliktbewältigung, ebenso die Stopp-Regel und das Zweiergespräch, die in allen Klassen eingeübt werden.(sieheKonzept Demokratisches Lernen)

Lernräume

Die Räume sind kindgerecht und einladend eingerichtet, dennoch soll eine Reizüberflutung vermieden werden. Der Raum bietet unterschiedliche Funktionsecken, sowie eine vorbereite Umgebung mit  Material für die freie Arbeit, Werkstätten usw. und Anschauungsmaterial. Die Tischgruppen geben Raum für Gruppenarbeit und wechselnde Partner. In den meisten Klassen ist ein fester Sitzkreis eingerichtet, der für Klassengespräche und Klassenrat, aber auch als Rückzugsort zum Lesen, stillen Arbeiten und für Gruppenarbeiten zur Verfügung steht. Für jede Jahrgangsstufe (ursprünglich konzipiert für jede der vier GU-Klassen) steht ein Klassenraum mit Nebenraum für Differenzierungsmaßnahmen zur Verfügung. Insbesondere Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten nutzen häufig die Rückzugmöglichkeit in eine ruhige Lernatmosphäre.

Kooperation

Ein erfolgreiches gemeinsames Lernen setzt eine besonders enge Zusammenarbeit von Grundschullehrerin und Sonderpädagogin in der Planung und Durchführung des Unterrichts voraus.

 

Im Arbeitskreis Sonderpädagogik beraten sich die Sonderpädagoginnen der Regenbogenschule in regelmäßigen Abständen. Sie arbeiteten ebenfalls in den Dienstbesprechungen des KsF mit.

Der Schulleiter der Regenbogenschule gehörte der Steuergruppe des KsF an.

 

Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist ein wichtiger Bestandteil sonderpädagogischer Arbeit. Mindestens zweimal pro Jahr und nach Bedarf führen Klassenlehrerin und Sonderpädagogin ein Gespräch über die Lernentwicklung des Kindes mit den Erziehungsberechtigten. In der Regel wird das Kind an den Gesprächen beteiligt. Grundlage der Beratungsgespräche ist der aktuelle Förderplan.

 

Bei Bedarf führt die Sonderpädagogin und/oder die Klassenlehrerin Gespräche mit außerschulischen Institutionen (Therapeuten, Jugendamt (Hilfeplangespräche), Ärzten, Betreuungseinrichtungen am Nachmittag) mit dem Ziel einer möglichst effektiven Vernetzung aller Förder- und Hilfsmaßnahmen.