Konzept: Individuelle Förderung

1.   „Jedes Kind hat Anspruch auf bestmögliche Förderung.“

 

„Wir bemühen uns tragfähige Grundlagen auch solchen Kindern zu vermitteln, die langsam und schwer lernen, die Probleme haben mit sich und anderen, oder die zu Hause nicht viel Unterstützung bekommen können.

Die Begabungen der Kinder fördern - das heißt nicht nur, gute Lernbedingungen für alle zu schaffen, sondern es bedeutet, die Stellen zu finden, an denen sich das Kind als lernfähig, als begabt erleben kann. Kinder müssen sich in der Schule möglichst oft als tätig und erfolgreich lernend erfahren.

Im offenen Unterricht der Regenbogenschule ergeben sich viele Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern:

§   die innere Differenzierung stärkt bewusstes, selbständiges Lernen und Handeln,

§   bei der Werkstattarbeit können Kinder ihre persönlichen Neigungen und Fähigkeiten einsetzen, da sie unterschiedliche inhaltliche und methodische Zugriffsweisen erlaubt

§   geeignetes Material zur Unterstützung der Aufgabenbewältigung, Handeln

durch Wochenplan und freie Arbeit können Unterrichtsinhalte dem Lerntempo und der Aufnahmefähigkeit des Kindes angepasst werden.“

2.   „Tragfähige Grundlagen“

 

Für den Aufbau und die weitere Entwicklung grundlegender Kompetenzen („tragfähiger Grundlagen“, H. Bartnitzky) sind drei didaktische Leitideen von handlungsleitender Bedeutung.

Die Konkretisierung dieser didaktischen Leitideen ist die Basis für die individuelle Förderung aller Kinder.

„Fördern“ ist der zentrale Grundauftrag von Schule.

 

„Individuelle Förderung“ ist demnach:

 

   beziehungsreich und verstehensorientiert

Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gründen sich im Kern stets auf Einsichten in grundlegende Strukturen. Gerade für Kinder mit Schwierigkeiten oder Verzögerungen im Lernen stellen produktive Beziehungen die Grundlage für nachhaltiges und als sinnvoll empfundenes Lernen dar, das letztlich mit zu lernenden Fertigkeiten verbunden wird.

 

   diagnosegeleitet und differenziert

Kenntnisse und Vorstellungen der Schüler im Unterricht werden handlungsorientiert erfasst und differenziert weiter entwickelt.

 

 

   kommunikativ und kooperativ

Lehr- und Lernprozesse sind in kommunikative Prozesse eingebunden. Anregungen zur Kommunikation, zur Argumentation und somit auch zur Kooperation dienen als Anlässe für Kinder, ihre Sprache als Medium ihres Denkens und Handelns zu entwickeln.

3.   Handlungsfelder

  Schulanfang

§   Sprachstandsfeststellung „Delfin 4“ in den Kindertagesstätten zur Sprachförderung der Vorschulkinder

§   Vorschulische Diagnostik im Anschluss an die Schulanmeldung, Durchführung eines Schulspiels (auch mit dem Ziel präventiver Förderung bei Entwicklungsverzögerungen und Defiziten durch Eltern oder Kindertagesstätten)

§   Beobachtung der Lern- und Leistungsentwicklung in den ersten Schulwochen mit dem Ziel umfassender individueller Förderung

§   Gestaltung eines ruhigen, möglichst störungsfreien Lernumfeldes in den ersten Schulwochen (Klassenlehrerin als feste Bezugsperson, möglichst wenig Fachlehrerunterricht, Bewegungszeiten, Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen der Offenen Ganztagsschule)


  Diagnoseverfahren, Beobachtungsbögen und Förderpläne

§   Führen von Beobachtungsbögen durch die Klassenlehrerin

§   Beratung, Lerngespräche mit Eltern und Kindern, Förderung der Selbsteinschätzung, Lernvereinbarungen  

§   „Lehrerinnen-Portfolio“: Zusammenführung aller Unterlagen durch die Klassenlehrerin („Akte Kind“) zur Sicherung der Kontinuität der Förderung


  Individuelle Förderung im Unterricht

§   Unterrichtsgestaltung mit offenen Lernangeboten, die individuelles Lernen ermöglichen (Wochenplanarbeit, Lernwerkstatt, Freiarbeit)

§   Einsatz von Materialien zur Förderung individuellen Lernens 

§   Differenzierter Unterricht mit gezielten Lern- und Förderangeboten

§   Maßnahmen der Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler (Reflexionsgespräche, Lerntagebücher, Sammlung von Arbeitsdokumenten der Kinder)

 

  Hausaufgaben im Rahmen der individuellen Förderung

§   Einsatz von Hausaufgabenplänen

§   Lernübungen, die unterschiedliche Lernfortschritte ermöglichen (Selbstlernhefte, Trainingshefte)

§   Verständnis der gesetzlich vorgegebenen Hausaufgabenzeit als Lern- und Übungszeit

4.   Bausteine: Individuelle Förderung im Unterricht

 

   Allgemein


1. Offener Unterrichtsanfang
2. Förderung der Selbständigkeit durch selbstbestimmtes Lernen
3. Individuelle Arbeitspläne
4. Wahlaufgaben im Arbeitsplan
5. Lernprogramme am PC
6. Bereitstellung u. Einsatz von differenzierendem Material
7. Programmstunde: Präsentation von Unterrichtsergebnissen
8. Einzelförderung in der Kleingruppe im GU
9. Soziales Lernen:
     Zweiergespräche
     Klassenrat
     Kinderkonferenz

   Deutsch


1. Lesen

▪ Lesestunde im Leseraum der Schule mit Leseeltern (regelmäßig 1 USt./Woche)
▪ differenzierte Leseangebote (Auswahl nach Interessenschwerpunkten und

  verschiedenen Leseniveaus)
▪ www.antolin.de (Schullizenz; Internetzugang in jeder Klasse und im Leseraum;

  Möglichkeit der Selbstkontrolle und Anreiz zu weiterem Lesen)


2. Schreiben

▪ Förderung des freien Schreibens durch eigene Texte
▪ differenziertes Schreiben im Wochenbuch
▪ differenziertes Schreiben im Lerntagebuch


3. Rechtschreiben

▪ Klärung der Anforderungen

▪ Vereinbarung von Arbeitstechniken zum Rechtschreibüben

▪ Wörterbuch für alle Kinder (ab Kl. 3)
▪ differenzierende Übungsmaterialien (Karteien etc.)

 

   Sachunterricht

 

1. Arbeit nach dem „Methodentraining"
2. Forscheraufträge
3. Experimente präsentieren
4. Forscheraufträge im Internet (in jeder Klasse möglich)
5. Differenzierte Leseangebote (Themenkisten)
6. Schreiben von eigenen Texten zu gewählten Themen

   Mathematik

 

1. „Mathe-Werkstatt“: didaktisches Material,  Anschauungsmaterialien, Lernspiele etc.
2. differenziertes Übungsmaterial für leistungsschwache und -starke Kinder

3. Mathematik-Wettbewerbe

 

   Sport

 

1. Bewegungsbaustellen zur Förderung der Psychomotorik
2. Spielangebote auf dem Schulhof

 

   Musik

1. Projekt „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“

2. gemeinsames Musizieren je nach Fähigkeit
3. Präsentation bei schulischen Veranstaltungen (Konzerten, Einschulung, Verabschiedung)