Mathematikunterricht

A. Grundlagen und Ressourcen

■   An der Regenbogenschule wird im 1. Schuljahr der Mathematikunterricht in Form einer „Mathe-Werkstatt“ ohne Mathematikbuch organisiert. Im 2. -4. Schuljahr arbeiten die Kinder mit "Flex und Flo".

 

■   In jedem Fall ist für den Mathematikunterricht der Regenbogenschule wesentlich, dass den Kindern eine große Auswahl an mathematischem Material zu Verfügung steht, mit dem sie ihrer Neigung entsprechend selbstständig (z.B. während des offenen Anfangs oder in Phasen freier Arbeit, aber auch nach Rücksprache mit der Lehrerin) arbeiten können.

 

■   Bei dem vorstrukturiertem Anschauungsmaterial handelt es sich in den ersten beiden Klassen um hölzerne Wendeplättchen, von denen immer 10 Zehnerschiffchen zu einem Hunderter zusammengelegt werden können. Spätestens ab der 3. Klasse steht den Kindern dann das Dienes-Material zur Verfügung, mit dem sie handelnd die unterschiedlichen Rechenverfahren nachvollziehen können. Darüber hinaus sorgen die Kinder selbst mit mitgebrachten Gegenständen (z.B. in Schätzgläsern) für unstrukturiertes Material. Teilweise sorgen sie selbst für einen Transfer von unstrukturiertem in strukturiertes Material (indem sie z.B. Perlen auffädeln und nach 10 Perlen immer eine andere Farbe benutzen).

Darüber hinaus besitzt jede Klasse diverse Zusatzmaterialien zur Differenzierung, wie z.B. die Entdeckerkartei von „Flex und Flo“, Knobelboxen, Sachrechenboxen und/oder Kopf-Geometrie.

Für den Bereich Geometrie können Geobretter, Soma-Würfel etc. genutzt werden. Entweder eine Balken- oder eine Tafelwaage steht den Kindern in der Klasse zum Experimentieren mit Gewichten zur Verfügung. Auch Materialien zum Umgang mit Längen, Volumen und Geld sind ständig vorhanden, so dass Kinder mit diesen Materialien auch Erfahrungen machen und umgehen können, wenn sie nicht unmittelbar Gegenstand des Fachunterrichts sind.

 

■   In allen Klassenstufen wird am Anfang des Schuljahres der neue Zahlenraum handelnd erschlossen. Hierbei sollen die Kinder Mengen und Zahlen zuordnen, Zahlen in Relation zueinander betrachten, Zahlen richtig benennen, Zahlen zerlegen (im zunehmenden Alter immer stärker strukturiert)… Die Intensität, mit der diese Übungen durchgeführt werden, hängt stark vom Vorwissen der Kinder ab. Vorhandenes Wissen wird regelmäßig in Kopfrechenphasen abgefragt.

In den ersten beiden Klassen haben sich hierfür mittlerweile zusätzlich zum regulären Unterricht die „Rechenmütter“ etabliert.

Das Automatisieren des 1x1 wird durch „Club-Kisten“ unterstützt.

Ab der 3. Klasse werde zwei benotete Mathematik-Klassenarbeiten im Halbjahr geschrieben. Hierbei wird stets nur ein Bereich, wie z.B. die schriftliche Addition, überprüft. Die Klassenarbeiten sind so konzipiert, dass Aufgaben aus allen drei Anforderungsniveaus gestellt werden.

 

■   Mathematik im Schulleben: Kinder der Regenbogenschule nehmen regelmäßig an den Mathematikwettbewerben „Matheolympiade“ und „Känguru der Mathematik“ teil. Hierbei konnten sie bisher regelmäßig gute Platzierungen erreichen.  

B. Mathematikunterricht

In den jeweiligen Jahrgangsstufenteams wird besprochen, wann welche Inhalte und Themen im Laufe des Schuljahres bearbeitet werden, ein Jahresarbeitsplan wird vereinbart.

Die Teams beraten und entscheiden auch, worauf der Fokus in der aktuellen Woche gelegt wird. So ist es z.B. möglich, aufgrund von sachunterrichtlichen Themen (wie z.B. der Besuch der Kriemhildmühle) den Größenbereich Mengen zu besprechen oder nach dem Sponsorenlauf zu überlegen, ob sich von dem erlaufenen Geld jede Klasse einen Laptop anschaffen kann.


Folgende Kompetenzen sollen Kinder in unserem Mathematikunterricht erwerben:

Kommunizieren / Argumentieren

  • Die Lehrkräfte nutzen durchgehend mathematische Fachbegriffe.
  • Die Lehrerin erinnert die Kinder beim Darstellen von mathematischen Sachverhalten mit eigenen Worten daran, bekannte Fachbegriffe zu nutzen.
  • Bevor ein Kind die Lehrperson fragt, soll es selbst überlegen und dann zunächst einen Mitschüler befragen.
  • Die Schüler stellen anderen Mitschülern ihren Lösungsweg vor. Dies kann in Partnerarbeit, aber auch im Plenum stattfinden (Rechengespräch, Mathekonferenz).
  • Aufgabenmuster, Strukturen in Tabellen … werden gemeinsam reflektiert und verallgemeinert.
  • Offene Aufgabenstellungen (z.B. „Finde alle Zahlenmauern mit der Zielzahl 100“) begünstigen das Kommunizieren im Mathematikunterricht.

Darstellen / didaktisches Material verwenden

  • Während der Zahlenraumerweiterung wird das unterschiedliche Veranschaulichungsmaterial eingeführt, sodass die Kinder wissen, wie sie damit umgehen können und dementsprechend sich selbstständig für die Nutzung dieses Materials entscheiden können.
  • Mathematische Zeichen werden eingeführt und durchgehend genutzt wie z.B. „+“, „<“, „≈“.
  • Das Anfertigen von Skizzen wird im Laufe der Zeit in zunehmendem Maße erprobt. Verschiedene Skizzen werden dargestellt, besprochen und in Gebrauch genommen.
  • Lebensweltliche Situationen sollen in mathematische Zusammenhänge gebracht werden und andersherum (z.B. auf Grundlage einer Minusaufgabe eine Rechengeschichte erzählen oder nach einer Befragung die Lieblings-Eissorte der Schule herausfinden).

Modellieren

 Durch den regelmäßigen Umgang mit den Größen bilden sich Repräsentanten für die einzelnen Bereiche (z.B. das große Gewicht der Tafelwaage ist 1kg, eine Tafel Schokolade 100g, in eine Tintenpatrone passt 1 ml Tinte …). Wenn eine Größe neu eingeführt wird, wie z.B. das Volumen, werden gemeinsam mit den Kindern Repräsentanten ausgesucht.

 Die Schüler werden u.a. in den regelmäßigen „Rechentrainings“ regelmäßig aufgefordert, eigene Rechengeschichten zu schreiben.

 Im Laufe der Zeit sollen sie aus Sachtexten mathematische Zusammenhänge herausfiltern und die erhaltenen Informationen z.B. in Tabellenform darstellen.

 

Problemlösen

 Mathematische Situationen aus dem Erfahrungsbereich der Kinder werden aufgegriffen und in den Unterricht einbezogen. („Meine Mama ist 4 mal so alt wie ich.“ „Ich habe schon 73 von 210 Sammelkarten.“)

 Im Laufe der Schulzeit bilden die Kinder durch regelmäßiges Üben verschiedene Problemlösungsstrategien (z.B. das Nutzen von Material, das Besprechen einer Aufgabenstellung mit einem Nachbarn, Skizzen anfertigen, systematisches Probieren, Bilden von Analogien). Diese Strategien werden nach und nach eingeführt und mit zunehmendem Alter verfeinert. Durch unterschiedliche Aufgabenformate erhalten die Kinder die Chance, diese Strategien kontinuierlich zu erproben und sich dauerhaft verfügbar zu machen.

 Regelmäßige Knobelaufgaben z. B. als „Knobelaufgabe der Woche“ oder gesammelt in einem „Knobelausweis“ fördern das problemlösende Denken.