Gemeinsames Konzept: Religionsunterricht

„Die Schule als Haus des Lernens benötigt Fenster, um den weiten Horizont der ganzen Welt wahrnehmen zu können, sie braucht Türen, damit lebensorientierende Begegnungen in ihrem sozialen Umfeld zustande kommen, und sie lebt davon, dass über ihrem Dach der Himmel offengehalten wird.“

(Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg / Erzbistum Berlin, RU in Berlin, Oktober 1998)

 

Religiöse Bildung an der Regenbogenschule findet nicht nur im Religionsunterricht statt.

Kindern Raum bieten für ihre Erfahrungen, Gedanken, Vorstellungen, Ängste, Hoffnungen, Wünsche und vor allem ihre Fragen geschieht in allen Lernbereichen.

Es ist ein wesentliches Element unserer Schulkultur, die Kinder in ihrem Heranwachsen zu begleiten und mit ihnen auch die religiöse Dimension von Wirklichkeit zu entdecken.

Wir möchten uns Zeit nehmen für die großen Fragen der Kinder, ohne vorschnelle Antworten bereit zu haben. Wir wollen den Kindern Gelegenheit geben, die Werte, die wir vermitteln, im Schulalltag zu leben. Wir wollen ihnen Orientierungshilfen geben, ihnen Wege zeigen zu einem Leben in Mündigkeit und Toleranz. Hier ergeben sich vor allem Bezüge zum Konzept der demokratischen Erziehung und des sozialen Lernens.

 

Dies sind für uns wichtige Schlüsselthemen der religiösen Bildung:

 Fragen nach der eigenen Identität innerhalb einer Gemeinschaft

 Geheimnisse des Unendlichen/Unvorstellbaren (Welt, Natur, Universum, Raum, Zeit)

 Probleme des Zusammenlebens (Familie, Schule, Freunde)

 Zukunftsängste (Krieg, Umweltkatastrophen)

 Krankheit, Trauer, Tod

 Die Frage nach Gott

Diese Themen durchziehen die Lehrpläne für den evangelischen und den katholischen Religionsunterricht. In allen Unterrichtsinhalten sollen sich unsere Schülerinnen und Schüler wiederfinden mit ihren Fragen, Erlebnissen und Erfahrungen.

 

Da all dieses Suchen und Fragen nicht katholisch oder evangelisch, sogar nichts spezifisch Christliches ist, stellen wir uns im Kollegium schon lange die Frage nach der Eignung eines konfessionellen Religionsunterrichts.

Unsere Kinder leben in einer Zeit, die geprägt ist von großer Pluralität der Lebensanschauungen und –formen, eine konfessionsgebundene Sozialisation spielt kaum noch eine Rolle.

 

Wir haben uns auf den Weg zu einer inklusiven Schule gemacht, in der alle Kinder willkommen sind ohne Unterschiede in Bezug auf die soziale Herkunft, den kulturellen Hintergrund und die Leistungsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund versucht der Religionsunterricht an der Regenbogenschule den pädagogischen Herausforderungen gerecht zu werden.

 

Um das Gemeinsame zu stärken und die Fragen der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen statt konfessionell geprägter Inhalte, wurde an der Regenbogenschule ein gemeinsamer Lehrplan für den katholischen und evangelischen Religionsunterricht erarbeitet.

 

Alle Unterrichtsinhalte vom 1. bis 4. Schuljahr sind Bestandteile der Lehrpläne beider Konfessionen.

Die Unterrichtsthemen werden gemeinsam vorbereitet, in allen Religionsgruppen wird weitgehend parallel gearbeitet. Wenn alle Schülerinnen und Schüler dieselben Themen behandeln, erleichtert dies das fächerübergreifende Arbeiten, etwa die Verknüpfung mit den Klassenthemen.

 

Die Schulgottesdienste finden für die Stufe 1 und 2 ökumenisch in der Schule statt, für die Stufen 3 und 4 nach Konfession unterschieden in den beiden Kirchen. Nach Möglichkeit werden die Schülerinnen und Schüler in die Vorbereitung und Durchführung der Gottesdienste einbezogen.

 

In der Umsetzung der Themen spielen im Religionsunterricht folgende Elemente eine wichtige Rolle:

  • Gesprächskreis (Ritual zu Beginn und am Schluss, gestaltete Mitte, Mitplanungsmöglichkeit)
  • Musik (Hören, Tanzen, Verklanglichen, Singen im für die Schule zusammengestellten Liederbuch mit neuen geistlichen Liedern)
  • Offene Lernformen (Freiarbeit, Themenplan)
  • Symbole und bildliche Sprache (Psalmwortkartei)
  • Stilleübungen und Fantasiereisen
  • Bilder (Kunst, Fotobilder)
  • Texte (biblische, philosophische, Geschichten, Märchen, Gedichte)
  • Spiele (Rollenspiel, Puppenspiel, Interaktionsspiele)
  • Gestalterische Methoden (Zeichnen, Malen, Basteln, Legematerial, Ton)