Die „Stopp-Regel"

Bei „Stopp!“ ist Schluss

o Die Definitionsmacht liegt beim „Opfer“, nicht beim „Täter“.

o SchülerInnen können ihre individuellen Grenzen benennen (situations- und ge-schlechtsabhängig). Sie können deutlich machen, wo der Spaß aufhört und Ernst beginnt. Training der Stopp-Regel ist gleichzeitig Missbrauchsprophylaxe.

o Die Stopp-Regel bietet die Möglichkeit, sich gewaltfrei Respekt zu verschaffen.

o Die SchülerInnen lernen Respekt vor den Grenzen anderer.

„Die Fähigkeit sich gewaltfrei abzugrenzen zählt zu den wichtigsten Merkmalen so-zialer Kompetenz.“ 1)

Das Stopp-Signal

 

Beispiel: „Stopp, Max!“

o Signalisiert den Beginn einer Regel.

o Als Ritual bietet die Stopp-Regel den SchülerInnen Orientierung und Sicherheit.

o Die Aufforderung ist wirkungsvoller, wenn das Kind beim Namen genannt wird.

Es ist wichtig mit den SchülerInnen Körperhaltung, Stimme, Gestik, Mimik und Blickkontakt üben.

  • Gehemmte SchülerInnen lernen Durchsetzungsfähigkeit, gewinnen an Selbstbe-wusstsein. Sie üben, „Nein“ zu sagen und sich abzugrenzen.
  • „Draufgänger“ üben Selbstkontrolle, lernen, dass es möglich ist, wütend zu sein und gleichzeitig denken zu können.

Nach dem Stopp-Signal folgt die Verhaltensanweisung

 

Beispiele:

 

„Stopp, Tim, hör auf!“

„Stopp, Julia, hör auf mich zu treten!“

„Stopp, Max, ich will nicht, dass du meinen Stift nimmst, ohne mich zu fragen.“


Die begründete Verhaltensanweisung

 

Die begründete Verhaltensanweisung kann geübt werden, wenn SchülerInnen mit der einfachen Verhaltensanweisung vertraut sind.


Beispiele:

 

„Stopp, Julia, hör auf mich zu treten. Das tut mir weh.“

„Stopp, Tim, es stört mich, wenn du immer hinter mir herrennst, ich will

mit meiner Freundin alleine spielen.“

o Die Übungen sind ein Wahrnehmungs- und Kommunikationstraining.

o Kinder lernen (abhängig von Alter) Bedürfnisse und verletzte Gefühle wahrzuneh-men und auszudrücken; zu sagen, was sie ärgert, verletzt, kränkt, enttäuscht, stört, nervt oder wütend macht.

Erfolgsbedingungen für die Stopp-Regel

o Wichtig ist ein intensives Training in der Klasse.

o Wann die Regel eingesetzt werden darf und wo der Missbrauch beginnt, ist ein „Aushandlungsprozess“, somit Bestandteil der Regel und des sozialen Lernens.

Wer die Regel missbraucht, macht sich schnell unbeliebt.

o Wird die Stopp-Regel in allen Klassen eingeführt und geübt, haben die Schüler ein Maximum an Orientierung und Sicherheit. (Elterninformation)

o Einführung eines Stopp-Regel-Plakates mit Unterschriften aller SchülerInnen und LehrerInnen der Schule.

o Die Einhaltung der Regel sollte regelmäßig in der Klasse thematisiert werden.

o Wir bestimmen durch unser Verhalten den Wert einer Regel.

Begleitung und Auswertung

  • Wie steht es um den Wert der Stopp-Regel?
  • Wo liegen die Grenzen der Regel?

 

Hierzu werten wir Rückmeldungen aus den Klassen und die Erfahrungen bei der Pausenaufsicht regelmäßig aus.