Offener Ganztag: Unser Konzept

So arbeiten wir in der OGS der Regenbogenschule

Träger des Offenen Ganztags an der Regenbogenschule ist der sci:moers.

 

Die Gesellschaft für Einrichtungen und Betriebe sozialer Arbeit ist ein gemeinnütziger anerkannter Träger und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. In Anknüpfung an die Ziele und Grundsätze der weltweiten sci-Bewegung leistet die Gesellschaft mit ihren Angeboten in den unterschiedlichen Feldern der sozialen Arbeit und der Berufs- und Arbeitsförderung einen Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilnahme benachteiligter Gruppen und Toleranz und Verständigung zwischen unterschiedlichen sozialen ethnischen Gruppen. Hierzu entwickelt die sci:moers gGmbH vielfältige Angebote und lässt soziale Ideen Wirklichkeit werden.

 

Konzeptübersicht

 

Wie verläuft ein OGS-Tag?

 

Nach der schulischen Kernzeit werden die Kinder in den Räumen der OGS betreut.

Das Mittagessen wird ab 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr für die Kinder serviert.

Anschließend gehen die Kinder in die Lernzeit, um dort ihre Hausaufgaben zu erledigen.

Nach dem „Pflichtprogramm“ (Essen und Hausaufgaben) besteht die Möglichkeit, sich in den verschiedenen Themenräumen aufzuhalten und zu spielen, nach draußen zu gehen oder an verschiedenen AGs teilzunehmen.

Ab 15.00 Uhr können die Kinder abgeholt werden.

 

Wie gestaltet sich der pädagogische Mittagstisch?

 

Wir bieten ein gesundes, zertifiziertes Essen des Caterers "Diversa" an, das nach dem modernen "Cook & Chill"–Verfahren zubereitet wird. Vegetarisches Essen kann bestellt werden. Ergänzt wird die Hauptspeise durch Salate, Rohkost, Obst oder ein Dessert. Dazu gibt es zuckerfreie Getränke. Religiöse Speisevorschriften werden selbstverständlich berücksichtigt. Gegessen wird gemeinsam im Kinderrestaurant „Bärenhunger“. Hier ist für Gespräche ebenso Zeit wie für die Vermittlung von Tischkultur und das Kennenlernen von Speisen.

 

Wie werden die Lernaufgaben der Schule begleitet?

 

Ihre Aufgaben bearbeiten die Kinder in Jahrgangsstufen: die Erst- und Zweitklässler zusammen und die Dritt- und Viertklässler arbeiten zusammen in den vorgegebenen Klassenräumen, dabei werden sie von Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen der OGS begleitet.

 

Was bietet die OGS darüber hinaus?

 

Neben dem freien und angeleiteten Spiel gibt es die Möglichkeit, an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften - auch von außerschulischen Kooperationspartnern - teilzunehmen.

Aktuell gehören zum Programm:

Küchenschmaus | Forschen und Entdecken | Filzen | Back-AG zur Weihnachtszeit |

Tanz-AG | Handball | Sport, Spiel und Spaß in der Turnhalle.

Sollte ihr Kind eine AG besuchen, bitten wir darum, das Kind erst danach abzuholen.

 

Leitideen unseres Konzepts

 

Unser Leitsatz: Jedes Individium ist einzigartig.

 

Wir, das Team des sci:moers an der Regenbogenschule, stellen unser neues pädagogisches Konzept vor, das sich an die Freinet-Pädagogik anlehnt.

 

Wir möchten Ihnen kurz erläutern, wie wir mit den Kindern arbeiten, was uns und den Kindern dabei wichtig ist und wie die Struktur unserer Einrichtung beschaffen ist.

 

Jedes Kind ist individuell!

Kinder wollen lernen und wir geben Ihnen die Möglichkeiten.

 

Unsere Leitlinien dafür sind:

 

Selbstständigkeit und Kompetenz

Kommen die Kinder in der 1. Klasse in unsere OGS, bleiben sie die ersten vier Wochen mit den Erzieherinnen noch eng als Gruppe zusammen. Gemeinsam lernen sie die Räumlichkeiten der Schule und des Freigeländes kennen. Sie gehen soziale Beziehungen mit den Erwachsenen und den anderen Kindern ein, es bilden sich Freundschaften heraus. Regeln für die Gruppe, das Verhalten im Haus und im Freien werden gemeinsam aufgestellt. Schon hierbei werden die Kinder selbstständig und entwickeln vielseitige Kompetenzen.

 

Selbsttätigkeit und Produktivität

Die Kinder werden im gesamten OGS-Alltag selbst tätig. Sie nutzen die verschiedenen Räume und Materialien, die ihnen zur Verfügung stehen, um ihren Interessen nachzugehen. Dabei lernen sie außerdem ihre Zeit einzuteilen. Beim Spiel erhalten sie Anregungen zu den verschiedenen Tätigkeiten oder setzen ihre eigenen Pläne um.

Sie entscheiden selbst über ihr Tun und den Sinn, der hinter den Tätigkeiten verborgen ist.

 

Gemeinsamkeit und Partizipation

Ein zentrales Feld für Bildungserfahrungen sind die Beziehungen der Kinder untereinander. Das Zusammenleben ist geprägt von Gleichheit, Gerechtigkeit und gemeinsam aufgestellten Regeln.

Die Kinder möchten vieles gemeinsam machen und brauchen einander. Es werden Freundschaften aufgebaut.

Im Zusammenleben mit anderen Kindern der Gruppe werden Konfliktlösungen, Entscheidungsfindungen und Rollenverhalten eingeübt. Die Kinder kommunizieren  ständig miteinander.

Im Spiel müssen sie sich über Ziel, Methode und Inhalt einigen. Dabei lernen sie, welche Umgangsweisen miteinander Erfolg haben oder welche die Spielgemeinschaft zerstören. Parallel entwickeln sich die Fähigkeiten zur Kooperation.

Die Kinder lernen, sich in den Anderen hineinzuversetzen. Die Gemeinsamkeit der Kinder bietet großes Potential zum Üben von Konfliktbewältigung.

 

Raumkonzept

Durch unser Raumkonzept möchten wir den Kindern „Spielräume zum Leben“ bieten.

Freiräume, in denen sie ihre Kräfte und Fähigkeiten entfalten und ihre grundlegenden Bedürfnisse ausleben können. Kindern bieten sich in unserer OGS

 

Bewegungsräume (z.B. Außengelände, Turnhalle), in denen sie sich auf vielfältigste Art unbekümmert bewegen und dabei unterschiedlichste senso-motorische Schemata erwerben, ihre Körper kennen lernen, ihre Kräfte, Beweglichkeit und Geschicklichkeit ausbilden können und sich bis zur totalen Ermüdung austoben können;

 

Handlungsräume (z.B. Bauraum, Holzwerkstatt, Kreativraum), in denen sie aktiv sein, bauen, experimentieren, beobachten, basteln, werken, handarbeiten und sich dabei als Schöpfer bestimmter Werke erleben können;

 

Erfahrungsräume (z.B. Forscherraum), in denen sie Neues entdecken und erforschen, Abenteuer erleben, Geheimnisse erkunden und hüten können; in denen sie sich in sozialen Beziehungen bewähren und selbst erkennen, Zu- und Abneigung, Freundschaft und Feindschaft, Solidarität und Streit erleben können;

 

Lern- und Übungsräume, in denen sie unterschiedlichste Bewegungsformen, Fähigkeiten und Geschicklichkeiten erwerben und üben, Zusammenhänge erkennen und sich eine Fülle an Detailwissen über die Gegebenheiten ihrer Umwelt aneignen können;

 

Phantasieräume (z. B. Ruheraum, Theaterraum), in denen sie zur Erfindung neuer Spiele und zu kreativen Tätigkeiten angeregt werden und Spaß daran finden in der Phantasie immer wieder die Grenzen der realen Gegebenheiten zu überschreiten.

 

Im Vordergrund stehen

 

Freiheit:
freie Wahl der Materialien, Kinder sind an der Entstehung, Gestaltung und Veränderung verschiedener Dinge beteiligt

Verantwortung:
Kinder übernehmen für sich und andere und für ihr Handeln Verantwortung, sie lernen mit Konsequenzen für das eigene Tun zu leben, sie können selbst entscheiden und eigene Erfahrungen sammeln, Kinder handeln Regeln aus.
 
Sinn:
Jedes Kind sieht in seinen Handlungen einen Sinn, dadurch entsteht durch forschende und tastende Versuche eine Selbstentwicklung der Kinder. Für den Erwachsenen ist der "Eigen-Sinn" des Kindes oft nicht gleich erkennbar, darum muss im Dialog mit den
Kindern dieser Bezug zum Leben herausgefunden werden.

 

Wir wollen die Kinder beim Durchschreiten dieser Räume leiten und begleiten mit dem Ziel, die Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit der Kinder zu fördern. Dies tun wir immer auch unter Berücksichtigung der Individualität der Kinder und auch der Gemeinschaft. 

 

Bei uns begegnen sich Kinder  ... 

Jedes Kind ist einmalig und aus diesem Grund etwas besonderes.
Deshalb benötigt jedes Kind bestimmte individuelle Unterstützungen zur Entfaltung seiner Potentiale im Miteinander. Das setzt voraus, dass diese Potentiale erkannt, wertgeschätzt und nutzbar gemacht werden. Diese Sichtweise erfordert, Kinder ernst zu nehmen, ihrer Sicht und ihrer Meinung kindlichen Lebenswelt Beachtung schenken.
Kinder sind Akteure ihrer Entwicklung und hungrig nach Wissen, sie wollen sich bilden.

  • Das Zusammenarbeiten, Zusammenspielen und Zusammensein mit Partnern und in Gruppen ist notwendig, um soziale Kompetenzen zu entwickeln, zu erproben und zu erleben.
  • Es ist notwendig, Rückzugs- und Entfaltungsmöglichkeiten für alle Kinder zu schaffen.
  • Es ist notwendig, ein Grundverständnis von Solidarität, Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz zu entwickeln.
  • Es  ist notwendig, Benachteiligungen auszugleichen und damit Chancengleichheit herzustellen.
  • Es ist notwendig, sich für die Rechte von Kindern einzusetzen bzw. diese bei der Durchsetzung ihrer Interessen zu unterstützen.)

 

... unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Entwicklung um gemeinsam zu leben und zu lernen.

Freundschaften werden geschlossen und Vertrauen in andere erfahrbar gemacht. Bei Konflikten bieten wir den Kindern Hilfestellung und Orientierung. Wir möchten die sozialen Kompetenzen der Kinder stärken, d.h. wir möchten sie befähigen im Umgang mit anderen Menschen 

  • eigene Emotionen, Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und äußern zu können, sowie die der anderen wahrzunehmen, 
  • auf Andere zuzugehen,
  • mit Anderen in Beziehung zu treten,
  • Rücksicht zu nehmen, Absprachen einzuhalten und Andere in ihrer Individualität zu respektieren.

 

Wir schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich die Kinder angenommen und in der sie sich wohl fühlen können. Es ist uns wichtig, für die Kinder als Bezugsperson präsent zu sein, Orientierung zu bieten, ihnen zuzuhören.

Wir begegnen den Kindern respektvoll, indem wir ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten beachten, sie weder über- noch unterfordern, sie wertschätzen, nicht über behüten, sondern ihnen und ihren Kompetenzen vertrauen.

 

Zu unseren Aufgaben

gehört es, abzuwägen, was wir den Kindern zumuten können und welche Grenzen, Regeln und Rituale notwendig und hilfreich sind, um ein friedliches Zusammenleben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Erfahrungen mit festen Strukturen setzen den Rahmen und geben Sicherheit und Geborgenheit. Sie vermitteln den Kindern Orientierung und ermöglichen es, sie allmählich mit zu beteiligen, wenn altersgemäß Veränderungen angebracht sind. Aus dieser Sicherheit heraus können die  Kinder lernen, mit größerer Freiheit umzugehen, sich Ziele zu setzen und verantwortungsvoll zu handeln.

 

Welche Rolle und Aufgaben übernehmen die Erzieherinnen der OGS?

  • Wir achten jedes Kind als individuelle Persönlichkeit.
  • Durch Beobachtung und im Dialog mit den Kindern erkennen wir die Wünsche, Interessen und Themen, für die Umsetzung stellen wir ihnen Raum, Zeit und Material zur Verfügung.
  • Wir geben Impulse und schaffen die Möglichkeiten zur Ausbildung verschiedener Bildungsprozesse.
  • Wir geben den Kindern Hilfestellung bei der Gestaltung ihres Tagesablaufs.
  • Wir lassen die Kinder selbst handeln und entscheiden, entwickeln aber auch selbst Ideen, Vorschläge und Anregungen.
  • Wir fördern die individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen der Kinder.
  • Wir stehen den Kindern wertschätzend gegenüber.
  • Wir lassen Konflikte zu und begleiten die Kinder bei der Lösung.
  • Wir übertragen Kindern Verantwortung und orientieren uns daran, was ein Kind schon kann und nicht an seinen Defizite.
  • Wir unterstützen die Kinder bei der Herausbildung sozialer Kompetenzen.
  • Gemeinsam mit den Kindern stellen wir Regeln für den OGS-alltag auf, die auch wieder veränderbar sind, um Kinder vor Gefahren zu schützen, setzen wir Grenzen.
  • Wir übernehmen Verantwortung für alle Kinder unserer OGS.
  • Wir kooperieren mit den Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule.
  • Wir arbeiten partnerschaftlich mit den Eltern zusammen und beziehen sie in die Belange der OGS ein.)

Erstfassung von August 2014