Gemeinsames Lernen

Grundlagen

Schon seit Gründung der Regenbogenschule Meerfeld 1993 war ihr Grundgedanke, eine Schule für alle Kinder zu sein. Zwei Jahre später, mit dem Start der ersten Klasse mit Gemeinsamem Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder, wurde ein wichtiger Schritt zur Umsetzung dieses Grundgedankens gemacht. Inzwischen ist die Regenbogenschule eine von zwei Schwerpunktschulen in Moers für das Gemeinsame Lernen (GL), und zwar für Kinder mit und ohne festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Kinder mit Lern- und Entwicklungsverzögerungen werden an unserer Schule auch präventiv gefördert. Diese Kinder erhalten ein Regelzeugnis und verbleiben bei Bedarf ein 3. Jahr in der Schuleingangsphase.

 

In unserer Schule ist Vielfalt nicht nur geduldet, sondern erwünscht. Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Neigungen und Fähigkeiten lernen miteinander und voneinander. So wird eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts und wechselseitiger Akzeptanz gefördert.

 

Unterrichtet wird in den Förderschwerpunkten:

  • LERNEN
  • SPRACHE UND KOMMUNIKATION
  • SOZIALE UND EMOTIONALE ENTWICKLUNG
  • GEISTIGE ENTWICKLUNG
  • KÖRPERLICHE UND MOTORISCHE ENTWICKLUNG
  • HÖREN UND KOMMUNIKATION
  • SEHEN
  • AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG

 

Mittlerweile werden in allen Klassen der Regenbogenschule Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unterrichtet. In einer Klasse pro Jahrgang werden in der Regel Sonderpädagogik-Stunden so gebündelt, dass hier Kinder mit intensiverem Unterstützungsbedarf in möglichst viel Doppelbesetzung gefördert werden. Grundschullehrerin und Sonderpädagogin arbeiten in enger Absprache zusammen im Klassenverband oder je nach pädagogischer Notwendigkeit in Einzel- oder Kleingruppenarbeit. Die Förderung erfolgt dabei zielgleich, also nach den Richtlinien der Grundschule, oder zieldifferent, nach den Richtlinien der entsprechenden Förderschule.

Zusätzlich wird ein Teil der Kinder von Integrationshelfer*innen unterstützt.

Ein wichtiger Grundsatz an der Regenbogenschule heißt: So viel gemeinsamer Unterricht wie möglich – so viel individuelle Förderung wie nötig. Es gibt in der Regel gemeinsame Themen, aber unterschiedliche Ziele.

 

 

Förderplanung

An der Regenbogenschule werden für alle Schülerinnen und Schüler mit sonder-pädagogischem Unterstützungsbedarf Förderpläne erstellt. Durch die regelmäßige Fortschreibung und Ausweitung der so gewonnenen Erkenntnisse werden die individuellen Förderpläne evaluiert und weiterentwickelt.

Die sonderpädagogischen Lehrkräfte erstellen die Förderpläne federführend in Zusammenarbeit mit dem/der Klassenlehrer*in und ggf. den Fachlehrkräften. Des Weiteren werden Erzieher*innen der OGS, Therapeut*innen und weitere außerschulische Institutionen an der Umsetzung beteiligt.

Förderpläne enthalten für die jeweils relevanten Lern- und Entwicklungsbereiche eine Ist-Stand-Analyse, Förderziele, Maßnahmen zu deren Umsetzung sowie Bemerkungen zur Prozessbeobachtung.

Förderpläne sind Grundlage für Gespräche mit Eltern, Schülerinnen und Schülern und werden in diesem Zusammenhang vorgestellt, besprochen und überarbeitet.

 

 

Unterrichtsformen

Wir gestalten einen lebendigen, individuellen und kompetenzorientierten Unterricht.

Die Inhalte und Methoden, die sich im GL bewährt haben, sind kein Spezifikum, sondern konzeptionelle Bestandteile des Unterrichts an der Regenbogenschule.

  • Formen des offenen Unterrichts, die die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen: z.B. Wochenplanarbeit, individuelle Arbeitspläne, Freiarbeit und Lernwerkstätten
  • Lernformen wie das „Chefprinzip“ und Vorbildlernen mit Kindern als Helfer*innen stärken die Eigenverantwortlichkeit und das Selbstbewusstsein.
  • Bei Bedarf besteht die Möglichkeit der Kleingruppen- oder Einzelförderung.
  • Nicht jedes Kind macht zur selben Zeit dieselben Lernschritte. Dem tragen neben individuellen Lernplänen u.a. auch individuelle Hausaufgaben Rechnung.

 

 

Rituale

Auch strukturierende Elemente sind im GL wichtig, wie immer wiederkehrende Orien-tierungsmerkmale, Rhythmisierung und Rituale (Stuhlkreis, Tagesplan, Stillezeiten, Bewegungspausen, gemeinsames Singen).

 

 

Lernklima

GL braucht im besonderen Maße ein positives Klima, eine Atmosphäre, in der sich alle Kinder mit ihren Stärken und Schwächen angenommen und ernst genommen fühlen, alle freundlich miteinander umgehen, sich akzeptieren und unterstützen. Der in allen Klassen regelmäßig stattfindende Klassenrat schafft Raum für soziale Themen und Konfliktbewältigung, ebenso die Stopp-Regel und das Zweiergespräch, die in allen Klassen eingeübt werden (siehe Konzept: Demokratisches Lernen). Die einheitliche Umsetzung pädagogischer Maßnahmen, in Form von Schulregeln und ggf. nach-folgende Konsequenzen, vermitteln den Kindern ein hohes Maß an Sicherheit.

 

 

Lernräume

Die Klassenräume sind kindgerecht und einladend eingerichtet, dennoch soll eine Reizüberflutung vermieden werden. Der Raum bietet unterschiedliche Funktionsecken, sowie eine vorbereitete Umgebung in der die Kinder Material für die freie Arbeit, Werkstätten usw. und Anschauungsmaterial finden. Die Tischgruppen geben Raum für Gruppenarbeit und wechselnde Partner. In den meisten Klassen ist ein fester Sitzkreis eingerichtet, der für Klassengespräche und Klassenrat, aber auch als Rückzugsort zum Lesen, stillen Arbeiten und für Gruppenarbeiten zur Verfügung steht. Für jede Jahrgangsstufe steht ein Klassenraum mit Nebenraum für Differenzierungs-maßnahmen zur Verfügung. Besonders Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten oder einer autistischen Störung nutzen häufig die Rückzugmöglichkeit in eine ruhige Lernatmosphäre.

 

 

Kooperation

Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist ein wichtiger Bestandteil sonderpädagogischer Arbeit. Mindestens zweimal pro Jahr und nach Bedarf führen Klassenlehrer*in und Sonderpädagoge*in ein Gespräch über die Lernentwicklung des Kindes mit den Erziehungsberechtigten. In der Regel wird das Kind an den Gesprächen beteiligt. Grundlage der Beratungsgespräche ist der aktuelle Förderplan.

Bei Bedarf führt die sonderpädagogische Lehrkraft und/oder der/die Klassenlehrer*in Gespräche mit außerschulischen Institutionen (Ärzte, SPZ, Kliniken, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Psychiater, Jugendamt, Betreuungseinrichtungen am Nachmittag) mit dem Ziel einer möglichst effektiven Vernetzung aller Förder- und Hilfsmaßnahmen.

Im Arbeitskreis Sonderpädagogik beraten sich die Sonderpädagogen*innen der Regenbogenschule in regelmäßigen Abständen zum einen schulintern als auch übergreifend mit Kollegen*innen im GL am linken Niederrhein sowie Mitarbeiter*innen des Schulamtes.